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Das Kirchenjahr - ausführlich erklärt

Das Kirchenjahr nach seinem Ablauf geordnet, vom 1. Advent bis zum Ewigkeits- oder Totensonntag.

Aus ökumenischen, vor allem aber inhaltlichen Gründen lässt es sich kaum vermeiden, auch einen Blick auf die Feiertage des katholischen Kirchenjahres zu werfen, wie z.B. "Mariä Himmelfahrt", "Unbefleckte Empfängnis", "Mariä Verkündigung" etc.

Was bedeutet "Kirchenjahr"?

Das Leben mit dem Kirchenjahr ist Reformierten in ihrer radikalen Abkehr von allem "Katholischem" ursprünglich eher unvertraut.
Seit einiger Zeit - im Zuge ökumenischer und europäischer Annäherung und Vermischung - wird es allerdings auch in der Schweiz mehr und mehr beachtet, auch wegen seiner Möglichkeiten, abstrakte theologische Inhalte anschaulicher zu machen (Familien- und Kindergottesdienste, religiöse Erziehung und "Beheimatung", Verknüpfung mit säkularem Brauchtum).

Die "Hochfeste" der Christenheit wurden jedoch seit jeher auch von den Schweizer Reformatoren zu feiern geboten, mit Abendmahlsfeiern betont und entsprechend in den Kirchen immer gefeiert, begleitet von vielfältigem vorreformatorischem, teils auch heidnischem Brauchtum.

So ergibt sich das Gesamt-Kirchenjahr durch die Auffüllung zwischen den Hochfesten Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Auffahrt und Pfingsten mit kleineren, meist aus der Alten Kirche bzw. der Römisch-Katholischen Kirche übernommenen biographisch-biblisch begründeten Feiertagen und Sonntags-Themen: Fasnacht, Passionszeit, Trinitatis (Sonntag nach Pfingsten, dem Geist-Fest) und dem Ewigkeits- oder Totensonntag als Kirchenjahrs-Ende.

Hie und da folgen auch reformierte Kirchen bereits wieder der Alten Kirche mit ihren Heiligenfesten (z.B. Johannis, Michaelis, Nikolaus). Nur die Marienfeste bleiben verständlicherweise unberücksichtigt.

Der Begriff "Kirchenjahr" taucht allerdings erst 1589 auf; besser wäre von "christlichem Festjahr" zu sprechen.

Ausserdem ist das christliche Festjahr - wie das jüdische, das in Pessach (Ostern) und Schawuot (Pfingsten) durch die Geschichte Jesu mit ihm verknüpft ist -, bereits auf das Naturjahr bezogen: Epiphanias/Weihnachten als Sieg des Lichtes über die Finsternis (Christgeburt), Ostern als Frühlingsfest (Auferstehung), Pfingsten als schon jüdisch vergeschichtlichtes erstes Erntefest.

Dazu kommen die christianisierten Naturfeste: Weihnachten/Neujahr, Mariä Verkündigung (Frühlings-Tag- und Nachtgleiche: 25.3., 9 Monate vor dem 24.12.), wiederum Ostern und Pfingsten, Johannistag (24.6., Sommersonnenwende), Erntefest - reformiert als Dank-, Buss- und Bettag.

Zwischen Pfingsten bzw. Trinitatis und Bettag bzw. Ewigkeitssonntag klafft protestantischerseits eine grössere Lücke: die "festlose Zeit" der (bis zu 22) "Sonntage nach Trinitatis".

Das christliche Festjahr / Kirchenjahr beginnt demzufolge mit den vier Vorbereitungs-, Buss- und Fastenwochen (!) des Advent auf das Christgeburtsfest, das im Abendland vom 6. Januar auf die Wintersonnenwende (24.12.) verlegt wurde, um das heidnisch-germanische Fest zu "taufen". Es endet mit dem "Letzten Sonntag im Kirchenjahr", dem Ewigkeits- oder Totensonntag, eine Woche vor dem Ersten Advent.

Je nach der Wochentags-Verteilung im Kalenderjahr beginnt es also am letzten November- oder ersten Dezember-Sonntag mit dem Ersten Advent.

Die folgenden Artikel geben - mit vielen Links - detaillierte Auskünfte zu den einzelnen Festen.

Inhaltsverzeichnis

  • Silvester - Neujahr
    Silvester - Neujahr: ursprünglich nicht kirchlich, sondern archaisch; aber kirchlich interpretiert: "Altjahrs-Abend", "Neujahr"
  • Ostern (März - April)
    Ostern im Web: Bräuche, Geschichte, Kalenderfragen, Gottesdienstformen; - und viele Links.
  • Reformationsfest
    Reformationsfest - in Deutschland und in der Schweiz Reformations-Fest im November? - Was hat das mit Allerheiligen zu tun? - Wieso auch im Kanton Zürich?



St. Oswald. romanisch mit gotischer Ausmalung [Mehr]
neben Schloss Laufen über dem Rheinfall [Mehr]
... der "Monolith" [Mehr]